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Frauchen erzählt (Vorgeschichte): Seit geraumer Zeit bemerkte ich Auffälligkeiten an Piccolos Vorderpfote. Er stolperte des Öfteren, obwohl weit und breit kein Hinder-
niss im Weg. Ab und zu hatte ich das Gefühl, daß er etwas humpeln würde... Schließlich leckte er ziemlich penetrant das linke Vorder-
bein völlig ab, was überhaupt nicht seine Art war. Vorangegangene Tierarztbesuche brachten keinen Befund ans Tageslicht. Ich verein-
barte einen erneuten Termin in der Klinik, da die Sache für Piccolo nun schmerzhaft zu sein schien!
Piccolo erzählt (jetzt folgt die eigentliche Geschichte): Dienstag Mittag packte mich Frauchen ins Auto, und
wir fuhren gemeinsam zum vereinbarten “Piccolopfotennachforschtermin”! In der Klinik angekommen, geduldeten wir uns einen kleinen Augenblick im Wartezimmer. Dösenderweise und völlig in tollen Gedanken ver-
sunken, lümmelte ich so vor mich hin. Ich war wohl geistig als auch körperlich extrem weit weg unterwegs, denn als mein Name aufge- rufen wurde, zuckte ich ein wenig zusammen. Menno, der schöne Traum futsch...
Im
Behandlungsraum eingetroffen, an erster Stelle das (es fehlte nicht viel) fast umwerfende, einen Hauch feucht-fröhliche, enorm temperamentvolle, als hätte man sich Jahre nicht gesehen, du bist mein allerbester Freund (bitte
tue mir nicht so weh), obligatorische Begrüßungszeremoniell! --Wie ein Briard das eben so macht! =O)--
Mein Frauchen und ein muskulöser Tierarzthelfer lupften mich sogleich auf den Behandlungstisch, damit mir die bezaubernde Tier- ärztin noch leidenschaftlicher in meine bezaubernd, hübschen, braunen, dahinschmelzenden
Äugelchen blicken konnte...... (Oh, ich schweife etwas ab vom Thema, tschuldigung...) Die Nette (ihr wisst schon wer...), entpuppte sich aus heiterem Himmel als nicht mehr so liebenswürdig, denn sie streckte, dehnte,
zuppelte, verbog meine kostbarsten Knochen und Gelenke in alle vier Himmelsrichtungen! Selbst diverse von mir eingeworfene Notsignale, in Form von mitleidserregenden “Unwohlseintönchen”, überging Frau Doktor er-
barmungslos. Als die herzlose Knochenverbiegerin endlich ein Ende fand, ordnete Frau Tierarzt Röntgenaufnahmen von meiner linken Schulter und der linken Pfote an.
An diesem Punkt sei ausdrücklich erwähnt, daß mein
Frauchen mich in der Regel zu allen Behandlungen höchst persönlich eskortiert. ... allerdings aktuell entwickelte sich die Gegebenheit einen Deut anders, und das Schicksal nahm schnurstracks seinen Lauf!
An erster
Stelle verschaffte man mir festen Boden unter den Pfoten und dockte mich eine Etage niedriger wieder an. Es erschienen zwei sympathische, dem Anschein nach athletisch gebaute Tierarzthelfer. Mein Frauchen erkundigte sich wie
gewohnt, ob sie behilflcih sein könnte. Noch nichts ahnend, in völliger Hingabe zu ihrem Job, erwiderten die beiden Pfundskerle, das sie diesen liebenswürdigen, charmanten, schwarzen Hund mit Sicherheit alleine fotografiert
bekommen... Ein völlig abgefahrener Irrtum, wie sich wenig später he- rausstellte! Die Männer schoben mich mehr oder weniger vor sich her, um mich in Richtung Röntgenraum einzunorden. Ein wenig fassungslos blickte ich
zurück, und wunderte mich, das mein Frauchen seelenruhig in der Tür des Behandlungsraumes verharrte. Mh?? Die Tür vom Nebenzimmer verriegelte sich. Ich kombinierte äußerst überrascht: “Ich hier - Frauchen da”
Zwei vollkommen wildfremde Menschen an meiner Seite! *schluck* In diesem Augenblick ließen mich all meine mutigen Eigenschaften im Stich, und aus Piccolo wurde ein winziges Piccolöchen. Um Aufmerksamkeit jenseits der Tür zu erregen, musste ich in Mopsgeschwindigkeit einen genialen Plan ausarbeiten. Eine Vermischung aus Angst, Panik, Oh mein Gott, und ich wusste nicht was noch alles, veranlasste mich, dem Wolf in mir Freiheit zu schenken. Ich nahm Anlauf, schnappte mehrfach gaaaanz tief Luft, und dann lies ich es hinaus. Unüber-
hörbar gab ich meine zigfach erprobten Gesangeskünste zum Besten, in der Hoffnung mein Frauchen nimmt mein herzbewegendes Rufen nach ihr wahr. Mit meinem steinerweichendem Geträller brachte ich eine nicht mehr
kontrollierbare, mächtige Lawine ins rollen. Ringsum stürzte die vollständige Belegschaft der Praxis aus den Türen, um sich im Wartezimmer in Kenntnis zu setzten, was es mit diesem bedauernswerten, dennoch inbrünstigen
Gejammer auf sich habe. “--Ups... Da hatte ich wohl etwas zu dick aufgetragen, und zu leidenschaftlich eingeatmet! --”
Zu spät, die in Bewegung geratene Maschinerie war nicht mehr anzuhalten.
Aufkeimender Schweißausbruch machte sich bei meinen beiden Tierarzthelferburschen breit. Das mit dem Foddo konnten die zwei jedenfalls knicken, bei mir ging quasi kein Stück mehr. Ich befasste mich konsequent mit meinem
Gesang, und lies mich auch durch beschwichtigendes Zureden nicht davon abhalten, weiterzu- trällern. Tierarzthelfer Nummer 1 flitzte im Sauseschritt aus dem Röntgenraum, Tierarzthelfer Nummer 2, mit deutlich sichtbaren
Schweißperlen, richtete verzweifelt aufmunternde Worte in meine Richtung. Nummer 1, merklich erleichtert beim Auffinden meines Frauchens, versuchte, etwas unter Zugzwang stehend und einen klitzekleinen Hauch angespannt, die
Sachlage zu schildern. Frauchen ihrerseits, grinsenderweise und absolut unbesorgt, reagierte vollkommen gelassen, denn ihr sechster Sinn lies sie schon im Voraus erah-
nen, welchen Gesangeskünsten die Tierarztpraxis in wenigen Sekunden ausgesetzt sein würde... Dem ein bisschen außer Atem gerate- nen Flitzer trat sie mit dem Worten: ”Ja, ja, ich komme schon, ist ja nicht zu
überhören” entgegen. Mit einem verschmitzten Lächeln beruhigte sie zunächst die Mitarbeiter der Klinik, sodann folgte sie dem gewaltig schallendem “C”! Gefühlte 30 Minuten gab ich meine talentierten Wolfsgesänge nun
zum Besten. Letztendlich, die herbeigesehnte Rettung in nächster Nähe! Als ich mein Frauchen wieder an meiner Seite wußte, konnte ich mich, wenn auch nur schwerfällig, beruhigen und entspannen. Ich entschärfte die Heulboje
in mir, und fand zögernd in die Normalität zurück. Mit Engelszünglein veranschaulichte mir Frauchen, daß alles in Ordnung sei. Mit wenigen Worten verklickerte sie mir, wie das mit dem Röntgen funktionierte, daß es in
keinster Weise schmerzen würde. In Null-Komma-Nix waren die Bilder im Kasten, gegenwärtig mit ohne Gesang... =O)
Tja, so ist das eben...
Wenn einem durch Gott ( oder auch Mama und Papa) gegeben, dann muss dieses stimmgewaltige, nicht immer kontrollierbare Okta- venrepertoire ans Gehör gebracht werden! Egal wann, Egal wo ...
Juli 2010
Einen hab ich noch:
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Piccolo erzählt: Beim täglichen Mittagsgassi schlenderte ich so durch die Wiesen. Hier ein Blümchen, da ein Grashalm...
Wie aus heiterem Himmel verspürte ich einen heftigen Pieks
an meinem Auge. Ich warf mich auf der Stelle zu Boden und kullerte mich, als ob ich völlig meschugge wäre, hin und her, doch dieser heimtückischer Pieks wollte nicht aufhören zu pieksen. In meiner Not lief ich zu Frauchen.
Sie durchwühlte fix meinen Pelz, konnte unglücklicherweise nichts außergewöhnliches ausfindig machen.
Nach schmerzhaften gefühlten 10 Stunden, endlich Zuhause eingetroffen, purzelte ich beinah die Treppe hinauf. Da ich kein Augen- klappenträger war, musste mir etwas anderes mein Sehvermögen beeinträchtigen. Mein Frauchen
befürchtete, da mein Auge so gut wie zugeschwollen war, das mich eine Wespe gestochen hatte. Als erste Hilfe Maßnahme versuchte sie mir ein kühles, feuchtes Tuch auf den Schmerz zu legen, um die Schwellung zu lindern. Doch
jegliche Bemühung umsonst, ich weinte bitterlich..... Und obendrein färbte sich meine Zunge in einen tiefen Blauton um. Geringfügige Panik breitete sich aus!
Im Sauseschritt preschten wir mit quietschenden Reifen
Richtung Tierarztpraxis. Zum Glück trafen wir Frau Doktor an, denn es war heiliger Sonntag. Nach kurzer Schilderung der Ereignisse, folgten Taten.
*schluck* Blitzartig schwand meine Tapferkeit, und das winzige
Piccolöchen betrat die Bühne als die gemeingefährliche Spritze ihren Bestimmungsort annähernd erreichte! Die Vergangenheit holte mich ein. Ich atmete erbarmungslos ein und pustete eine gehörige Por-
tion Luft in meine Lungen...
Das nachfolgende Geschehen könnt ihr euch denken (oder oben im Text “Briardgesang” nochmals nachlesen).
In deutlich eingeschränkter Zusammenfassung gab ich meine Oscarnomminierten Wolfsgesänge zum Besten!
August 2010
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