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Bei supertollem Sonnenschein durchquerten wir gestern Abend (08.02.2008) bei unserer nachmittäglichen Hundegassirunde ein per-
fektes, inspirierendes Waldstück. Genau diesen Ort stellte ich mir vor, um Piccolo seinen geliebten Futterbeutel zu verstecken.
Ich gab Piccolo und Shana zu verstehen, dass sie hier nun am Waldrand auf dem Weg warten
sollten. Sie blieben stehen und schauten mir interessiert, sogleich aufgeregt hinterher.
Da Piccolo mein Superschlitzohr für gewöhnlich in der Lage war, binnen weniger Sekunden seine Beute aufzuspüren, wollte ich es
ihm diesmal nicht ganz so leicht machen. Ich stampfte einige Meter in den Wald hinein, damit mein Burschi eine längere, schwierigere Fährte zum abschnüffeln zur Verfügung hatte. Es sollte für ihn eine lösbare
Herausforderung werden. Als ich mich ungefähr 20-30 Meter im Zick-Zack-Kurs entfernt hatte, entdeckte ich ein geeignetes, perfektes Versteck unter einer Wurzel, und deponierte den Futterbeutel.
Auf dem Rückweg zu meinen artig wartenden Hundis, schlenderte ich in Gedanken so vor mich hin. Plötzlich, völlig unerwartet er- schrack ich und zuckte für ein Bruchteil einer Gedenksekunde zusammen. ALARM! Exakt zwischen
mir und meinen Hunden hockte “Frau Lampe” bei ihrem gewohnten Nachmittagsnickerchen, und fühlte sich sichtlich unwohl aufgrund unserer Anwesenheit. Sie er- griff ziemlich zügig die Flucht, zielstrebig mitten durch
meine gelegte Fährte. Etwas überfordert von dieser delikaten Situation schaute ich reflexartig nach Piccolo und Shana. Die zwei standen wie versteinert, immer noch brav wartend, auf dem Waldweg und verfolgten mit ihren
scharfen Adleraugen jeden erdenklichen kleinen Schlenker von “Frau Lampe”!
Mein ursprünglich, geplantes Vorhaben war nun etwas ins Wanken geraten. Was nun??? Genau genommen war diese Fährte für meinen Piccolo
vorgesehen... und nun hüpfte das verwirrte Karniggel kreuz und quer in meiner Duftmarke umher, um anschließend mit überdimensionaler Schallgeschwindigkeit hinter dem Gebüsch abzutauchen. Ach nö dachte ich..., den Spaß
wollte ich mir und Piccolo nicht verderben lassen, und außerdem die komplette mühevolle Arbeit dahin! Ein wenig reizte mich dann doch der Gedanke, wie Piccolo aus dieser Nummer herauskommen würde.
Todesmutig, mit
einem mulmigen Gefühlsausbruch in der Bauchgegend, schickte ich Piccolo Richtung Futterbeutel. Zuerst lief er etwas unkoordiniert umher, sichtlich aufgeregt von der irritierenden, betörenden Duftnote der “Lady Lampe”.
Dann traf ihn der berühmte Geistesblitz und die Erinnerung an seinen prall mit leckeren Naschereien bestückten Beutel kehrte spontan zurück. Wer konnte schon ahnen wie viele Hasenjahre Frau Lampe auf dem Buckel hatte,
wahrscheinlich war sie steinalt, ihre Schenkel würden verdammt zäh schmecken... Piccolo schaltete unverzüglich seine Piccolofuttibeutelsuchmaschinerie in Gang, und ratz fatz ortete er die Düfte seines Lieblingsbeutels.
Stolz wie Paul, dennoch sichtlich benebelt und etwas unkonzentriert von dem betörendem Hasenparfüm, packte er den Futtibeutel zwischen seine Backen, und brachte diesen auf direktem Weg zu mir. ...wobei mir nicht entging, dass
er ein klein wenig nach rechts und links der Strecke schielte, um eventuell doch noch ein klitzekleines Atömchen des Hasenmädchenduftes zu erhaschen.
Ich verfolgte gespannt Piccolos Futtibeutelsuchaktion ohne
einzugreifen, obwohl mir das ganz ehrlich schwer fiel. Mein Bauchgefühl und mein Vertrauen in ihn hatten sich nicht getäuscht, ich war stolz wie Bolle. Das Piccolo seinen ollen, abgewetzten Futtibeutel einer schmackhafteren
Verlockung in Form einer Hasendame vorzog, das war echt ne Spitzenleistung. Mit dieser fast unlösbaren Aufgabe
verdiente sich mein Sonnenschein ne mächtige Belohnung, und durfte sich einen Riesenhappen aus seinem Futtibeutel herausfischen.
... und Shana, die aufgeregt neugierig aber immer noch ganz lieb wartend am Waldrand stand, genauestens beobachtete wie das Kar- niggel seine Flucht organisierte, und wie Piccolo sich anschließend für seinen Futtibeutel
entschied und ihn apportierte, wurde von mir mit einem riesigen Leckerli belohnt. Schließlich steht das Warten, als zweit schwerste Lektion im Leben eines Hundes, mit an oberster Stelle...
Liebe Grüße von dem stolzen Frauchen mit den beiden “Lampenverstehern” an ihrer Seite =O)
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