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Nachdem unser Opi gestorben war musste wieder Leben in die Bude. Außerdem sollte Barney, der seit seinem 2. Lebensjahr immer in hündischer Gesellschaft lebte, nicht über einen längeren Zeitraum alleine bleiben.
Wir wollten unserem 9-jährigen Dickie keinen Welpen ( die manchmal ziemlich anstrengend sein konnten ) mehr zumuten, also suchten wir nach einer ausgewachsenen Hündin. Es sollte selbstverständlich erneut eine “Fellnase”
in Gestalt eines Briards werden. Bei Briard in Not wurden wir fündig, und nach einigen Telefonaten machten wir uns auf den Weg.
Dort angekommen, in der tiefsten Eifel, wurden wir mit Atossa bekannte gemacht. Eine
absolut hübsche, fauvefarbene, verschmuste, einfach sehr nette Hundedame. Bei einer kleinen Gassirunde verlief der erste Kontakt mit Barney vielversprechend. Ich versuchte vor Ort noch einige Dinge über Tessas Vorgeschichte zu
erfahren, ob es irgendwelche Verhaltensauffälligkeiten oder diverse Probleme gäbe. Man informierte mich, dass sie als Einzeltier bei einer Frau aufgewachsen sei, und dies in sehr verwöhnter Art und Weise. Die Vorbe- sitzerin
war gezwungen sich beruflich zu verändern, und musste sich somit von Tessa trennen. Der Versuch die Hündin bei ihren Eltern unterzubringen scheiterte daran, das diese mit solch einem Wirbelwind überfordert waren. Somit landete
Tessa bei Briard in Not.
Die ersten Tage bei uns schaute sich Tessa in ihrem neuen Zuhause um, und verhielt sich völlig unauffällig. Zum Glück war ihr Gehor- sam so gut, dass ich sie ohne Bedenken frei laufen lassen
konnte. Atossa genoss es sichtlich sich so richtig austoben zu können, und zog riesengroße Kreise um uns herum. Wer weiß wann sie diese Freiheit das letzte Mal bekommen hatte.
Bernd hatte sich sofort in Tessa verliebt.
Sie war auch ein zuckersüßes, goldiges Schnuckelchen. Sie verstand es im Handumdrehen die Menschen um ihre Pfote zu wickeln, und für sich zu gewinnen. Ein Trick den sie aus dem Eff Eff beherrschte.
Beim spazieren gehen
hatte sie mit keinem Hund dem wir begegneten Probleme. Immer friedlich aufgelegt fand sie es sogar klasse, mit manchen Vierbeinern nach Herzenslust über die Wiesen zu toben und zu spielen. Jedoch waren wir mit ihrem Verhalten
im Haus gegen- über unserem Kater Moritz nicht einverstanden. Sie versuchte ihn zu vertreiben. Das mussten wir natürlich unterbinden. ... aber mit jedem Tag wurde Tessa selbstbewusster und stärker, sodass sie letztendlich
auch Barney attackierte.
Ich erinnerte mich an einen Spaziergang, als sie Barney angriff und er in einen Bachlauf fiel. Er besaß nicht die geringste Chance sich zu wehren und landete auf dem Rücken. Als er mir seinen
hilflosen Blick zuwandte war bei mir eindeutig der Punkt gekommen, an dem eine Entscheidung getroffen werden musste.
Ich nahm telefonisch Kontakt mit der Vorbesitzerin auf, die völlig überrascht war. Als sie Tessa bei
Briard in Not abgegeben hatte, sagte sie betont dazu, dass die Hündin nur an eine Familie ohne andere tierischen Mitbewohner vermittelt werden darf. Tessa war von klein auf alleine aufgewachsen und bekam die volle
Aufmerksamkeit geschenkt. So war sie nicht gewillt ihr Heim mit einem anderen Vierbei- ner zu teilen.
Nach diesem Telefonat war ich auf der einen Seite sehr überrascht, aber auf der anderen Seite etwas erbost, weil man uns bei der Ver- mittlungsstelle von dieser Eifersucht nichts erwähnte. Ich wäre nie auf die Idee gekommen
Tessa mit nach Hause zu nehmen, wenn ich dies gewusst hätte. Eine erwachsene Hündin mit solch einer Veranlagung hätte ich niemals mit Kater und einem anderen Hund kon- frontiert.
Ich machte mir sehr viele Gedanken um
Atossa. Auf der einen Seite hätte ich ihr gerne diese Chance gegeben, aber auf der anderen Seite musste ich verhindern, dass sie Barney noch heftiger attackierte. Ich traute mir überhaupt nicht zu, solch ein geprägtes Verhalten
in die richtigen Bahnen zu lenken, nicht bei einer ausgewachsenen Hündin. Uns blieb nichts anderes übrig, als Tessa wieder zurück zu bringen.
Am 24. März fuhr ich zusammen mit Barney in die Eifel um Tessa bei Briard in
Not abzugeben. Dort angekommen, unternahm ich einen großen Spaziergang mit beiden Hunden, in dessen Verlauf Tessa Barney erneut attackierte. Daraufhin fiel es mir nicht mehr ganz so schwer Tessa zurück zu geben. Dieser erneute
Angriff gegen Barney zeigte mir, dass die getroffene Entscheidung der Rückgabe die Richtige war. Zum Wohle von Barney und Moritz...
Einige Monate später erfuhren wir, das Tessa an ein junges Paar vermittelt worden war,
welches auf einem Bauernhof ohne jegliche andere Tiere lebte.
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