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Mein erster eigener Hund, war ich happy.
=O) Im Oktober 1988 fuhren wir das erste Mal nach Frankreich zum Züchter, um unseren zukünftigen Familienzuwachs zu begutachten. Ein kleines, braunes, quiekendes etwas bekamen wir präsentiert. Gerade mal eine gute Hand voll... Als wir uns auf den Heimweg machten wünschte ich mir, dass die nächsten 4 Wochen wie im Fluge vergehen würden.
Dann kam der heiß ersehnte Tag. Wir durften endlich unseren Barney nach Hause holen. Vorher mussten wir noch unzählige Kilometer mit meinem Käfer zurücklegen, um an unser Ziel zu gelangen. Beim Züchter angekommen,
erwartete man uns bereits. Mit Händen und Füßen, da weder Bernd noch ich der Sprache mächtig waren, bekamen wir noch die Bedienungsanleitung für den Zwerg erklärt. Klein Barney drückte sich ganz fest an seine Mutti, und ab und
zu versuchte er noch mal einen winzigen Schluck aus der Milchbar zu erha- schen. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren konnten wir die Heimreise antreten. Unterwegs hielten wir unzählige Male an, damit Barney Pippi machen
konnte, aber der Kleine dachte nicht daran seinen Platz hinter dem Beifahrersitz zu verlassen. Als wir nach eini- gen Stunden und zig Kilometern Zuhause ankamen, lockten wir Barney aus dem Auto. Sofort wurde sein neues Heim mit
einer riesen- großen Pippipfütze mitten in der Garage eingeweiht...
Die nächsten Tage und Wochen erforschte er intensiv sein neues Heim und die Umgebung. Die ersten Nächte wurden Bernd und ich auf eine harte Probe
gestellt. Da Barney in der Küche einquartiert wurde, Meilenweit entfernt von seinem neuen Rudel ( würde ich heu- te nie wieder so machen... ), fiepste und jammerte er Herzzerreißend. Und was hatten Bernd und ich nachgelesen: “
Nur nicht weich werden und trösten ” So ein Blödsinn!
Ich erinnere mich an die ersten Erziehungserfolge. Jedes Mal wenn Barney mich verstand und etwas funktionierte, rief ich Bernd auf der Arbeit an, um ihm die große
Freude zu übermitteln. Ich denke das waren wohl einige unzählige Telefonate... ;O)
Als Barney in die Pubertät kam gestalteten sich mache Dinge etwas schwieriger. Des Öfteren saß ich heulenderweise mitten im Feld oder
Wald und war sowas von sauer, weil der “Köter” mal wieder nach Wild abgehauen war. *grrrrr*
Heute weiß ich, dass es besser gewesen wäre, vor der Anschaffung eines Hundes meine Nase in ein Erziehungsbuch zu stecken. Naja, man war ( und ist ) ja lern- fähig! Ich holte mir Unterstützung und Rat bei einer Nachbarin, die sich schon seit Jahren mit Hundeerziehung befasste. Nach einiger Zeit des trainierens klappte das mit dem Hören dann auch besser.
Die erste Krankheit kündigte sich an. Barney hatte eine ziemlich unangenehme Hodenentzündung. Wir beschlossen ihn kastrieren zu lassen, da der arme Kerl weder sitzen, liegen noch stehen konnte. Es war die richtige
Entscheidung, denn diese fiese Geschichte war nach der Operation ganz schnell vergessen.
Barney fing irgendwann an sich selbst zu verstümmeln. Er beleckte seine Vorderpfoten in solch einer Art und Weise, das es zu
offenen, blutigen Wunden kam. Ich fuhr von Tierarzt zu Tierklinik, es wurden jede Menge Untersuchungen vorgenommen, jedoch half keine Medizin. Barney hatte schlicht und ergreifend lange Weile wie sich später herausstellte. Die
Gassigänge und meine Beschäftigung reich- ten ihm nicht aus. Damals gab es leider noch keine brauchbare Hundeschule.
Irgendwann beschlossen wir ( ... eigentlich ich, denn Bernd erfuhr von meinen Plänen des
Zweithundes erst, als Lotti schon so gut wie Geidusch hieß...
;O) ) uns einen weiteren Hund anzuschaffen, damit Barney nicht mehr alleine sein musste. 1990 zog dann Lotti bei uns ein. Barney war Anfangs überhaupt nicht einverstanden mit diesem kleinen, schwarzen etwas. Er knurrte Lotti immer und immer wieder weg, und nahm Reiß aus. Sie suchte seine Nähe und wurde ständig enttäuscht, da Barney überhaupt nichts mit ihr anfangen konnte. Dann kam ich auf die Idee, da Barney gerne Zottelspiele spielte, ein altes T-Shirt zu opfern. Ich zuppelte und kasperte mit ihm, und einfach so nebenbei hängte ich den kleinen schwarzen Knirps an mein Shirtende mit ran. Irgendwann ließ ich den Zipfel los, und endlich war der Knoten geplatzt. Nach 3 Wochen hatte Barney nun Gott sei Dank entschieden, die kleine Lotti in sein Herz zu schlie- ßen. Nun bemerkte auch er ( ... als Allerletzter der Familie... =Oo ) dass Lotti ne mords Kanone war.
Wenn wir im Wald zum Holz machen waren, durften die Hunde natürlich immer mit. Die zwei bretterten über Stock und Stein. Es war einfach schön mitanzusehen wie gut sie sich arrangierten. Einmal verletze sich Barney bei
solch einer Aktion. Ein Stöckchen bohrte sich zwischen seine Rippen. Mit SOS und Blaulicht mussten wir zum Tierarzt fahren, der alles wieder zusammen flickte. Barney liebte das wilde toben und spielen. Dabei kam es eben ab und
zu zu kleineren Blessuren.
Einmal verletzte er sich ziemlich heftig. Ein kleines Knöchelchen an den Zehen seiner Vorderpfote brach. Das konnte der Tierarzt nicht einfach so eingipsen. Barney musste operiert werden und
es wurden einige Platten und Schrauben eingesetzt, damit er wieder normal und schmerzfrei laufen konnte. Der Eingriff glückte und Barney hatte keinerlei Probleme und Schmerzen mehr.
Barney war schon ein richtiger Watzi.
Er spielte ziemlich grob und nicht gerade Ladylike. Als Lotti noch nicht ihr Kampfgewicht hatte, purzelte sie des öfteren quer durch den Garten, wenn Barney sie bespielte. Dementsprechend passte sich Lotti an und ertrug einfach
sein heftiges Spiel. Wenn es ihr ab und zu doch zu bunt wurde, bekam er Lottis rechten Harken zu spüren. Der hatte vielleicht nen mords bums.... =O)
!992 arbeitete ich im Tierheim und hatte die Patenschaft für
einen Hund. Als ich die Arbeitsstelle kündigte, machte ich mir große Sor- gen was mit dem armen Kerl nun geschehen würde, denn er war zu Unrecht als “böse” verrufen. Ich überlegte hin und her, ob Barney denn einen anderen Rüden
neben sich dulden würde. Ich bewaffnete mich mit ihm, und wir starteten den Versuch die beiden Hunde- männer zusammen zu tun. Boah, was war ich erleichtert. Ich hatte mir fast in die Hose gepinkelt vor großer Sorge, dass sie
sich in der Luft zerfleischen würden, und dann das: Die zwei Rüden guckten sich noch nicht mal richtig an! Sie taten so, als ob der andere Luft sei... Um so besser. Ratz fatz zog Hund Nummer 3 bei uns ein.
Am
Anfang musste ich die Hunde beim Verlassen des Hauses trennen, aber später waren diese Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr nö- tig. In all den gemeinsamen Jahren gab es nur einen wirklich bösen, unschönen Zwischenfall. Wir
hatten Besuch und saßen beim Essen. Unglücklicherweise fiel ein Stück Fleisch zu Boden und die zwei Männer hatten sich in die Wolle bekommen. Wir mussten die Hunde trennen und es floß Blut bei der ganzen Keilerei. Nachdem wir
die Hunde beruhigt und untersucht hatten, stellte ich fest, dass sie völlig in Ordnung waren. Ich war diejenige die durch einen Biss verletzt wurde beim Trennen der Hunde. Der Besuch saß Kreidebleich in ei- ner Ecke auf seinem
Stuhl, und Lotti fand die Nummer supi, denn sie war diejenige, die sich den Auslöser (das Stück Fleisch) unter den Nagel gerissen hatte. =O) Ich musste ins Krankenhaus, damit meine Wunde genäht werden konnte. Was
ein aufregendes Essen!
Ein unschöner Ausrutscher von Barney! Meine Freundin Moni hatte sich manchmal Lotti und auch Barney zum Gassi gehen ausgelie- hen. Einmal war ihr Mann Eric mit dabei und Barney hatte sich ziemlich
daneben benommen. Die beiden Männer hatten herumgealbert und Barney war so aufgeputscht, dass er seine Grenzen überschritt und Eric in den Allerwertesten kniff. *ups* Eben ein richtiger Gro- bian der Dickie...
Im
Grunde war Barney nicht unbedingt verträglich mit anderen Hunden. Aber mit Bolle, dem Hund meiner allerbesten Freundin, hatte er sich im Laufe der Jahre immer besser zusammengerauft. Gut, einmal gab es eine
Meinungsverschiedenheit, und seitdem war Bolle mit einem Piercing am Ohr ausgestattet, weil Barney ein Loch hinein gekniffen hatte. Trotzdem hatten wir bei unseren Stundenlangen Gassigängen durch Wald und Wiese viel Spaß
miteinander. Ina und ich lachten uns kaputt, wenn die zweibeiden Hundemänner um die Wette protzten und immer größere Stöckchen durch die Gegend schliffen.
Barney hatte zwar eine riesengroße Klappe, aber wenn es ernst
wurde hatte er es doch vorgezogen, den Rückmarsch anzutreten. Auf der anderen Seite wurde er mit zunehmendem Alter stetig ängstlicher. Das entwickelte sich so dramatisch, dass er bei Gewitter begann die Wände hochzugehen. Ich
versuchte einige Tricks und Tips anzuwenden um ihm zu helfen, aber wenn er in seiner Angst versank, war er nicht mehr ansprechbar. Silvester gestaltete sich ganz schlimm. Ich verbrachte den letzten Tag des Jahres mit Barney in
einer Art Höhle. Wir zwei zogen uns in unserem Einbauschrank zurück. Ich baute aus meiner Bettdecke eine kleine, sichere Rückzugsmöglich- keit. In solchen Momenten war mein “Großer” ganz klein.
;O( Schade, dass man den Tieren nicht erklären kann, dass da nichts schreckliches passiert.
Eines Tages musste uns Lotti verlassen. Ich machte mir große Gedanken, ob Barney und Yeti in einer Männer WG klar
kommen wür- den. ... und sie kamen! Wie ein altes Ehepaar trabten sie nebeneinander her, ohne jeglichen Stress. Hätte ich nie für möglich gehalten.
Als auch Yeti starb und Barney alleine war, beschlossen wir eine
Partnerin für ihn zu suchen. Barney war mittlerweile auch ein Opi ge- worden, zwar immer noch fit, aber ich wollte ihm keinen Welpen, die manchmal ganz schön nerven konnten, vor die Nase setzten. So
machte ich mich auf die Suche, und wurde bei Briard in Not fündig. Dort saß eine Junge Hündin die wegen Zeitmangel abgegeben wur- de. Einige Tage später hatten wir Atossa zu uns nach Hause geholt. Leider entwickelte sie eine solche Eifersucht gegen alle Tiere die bei uns wohnten, sodass wir sie wieder schweren Herzens zurückbringen mussten. Sie versuchte jeden Tag Barney ein Stück mehr aus der Gemeinschaft zu kicken. Mein armer Dickie schaute mich nach solch einer Attacke herzzerreißend an, und wußte gar nicht wie ihm geschah....
Glücklicherweise fanden wir noch eine andere Hündin, die wir uns für Barney gut vorstellen konnten. Wir erfuhren von einer Wäller- hündin, die wegen Erziehungsproblemen abgegeben wurde. Die schauten wir uns gemeinsam
an, und Barney fand sie klasse. Von dem Tag an wohnte Sally nun bei uns.
Barney war mit seiner neuen Partnerin Sally sehr glücklich. Sie teilten ihre große Leidenschaft, das Mäuse ausbuddeln.
Manchmal spielten sie eine gemeinsame Hinterherflitzrunde. Ein gutes Jahr gingen die beiden gemeinsam durch das Hundeleben. Dann wurde Barney Herzkrank, und sein Rücken bereitete ihm Probleme. Am 27. Mai 1999 verließ er uns in Richtung Regenbogenbrücke.
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