Mrs. Beesley
“Miezie”
“Miezekatze”
“Rübchen”
“Mumpi”
“Mumpi the Kid”
“Quäkie” ...

geboren Sommer 1986
zu uns gekommen Oktober 1986
gestorben Dezember 2003

Im Oktober 1986 bemerkten wir, dass sich eine Katzenmutti mit einem Baby bei uns in der Holzhütte einquartiert hatte. Bernd schim- pfte gleich: “Nur nicht füttern, sonst bleibt die Katze!” Naja, was soll ich sagen, er war derjenige, der mit Fisch bewaffnet in den Garten gepirscht war, und fütterte .  ;O) ICH wars nicht!!! Die Muttikatze war wohl Menschen gewöhnt, nahm das Futter dankend an, und kam dabei sogar ins Haus. Ihr Kleines dagegen war sehr scheu und hielt sich im Hintergrund. Eines Tages beschloss Mamakatze weiter-  zuziehen. Sie verprügelte ihr Baby, was mir schrecklich leid tat, aber sie wollte einfach nur fortgehen und ihr Kleines bei uns in guten Händen wissen.

Wir gaben der Mieze einen Namen und versuchten sie zahm zu bekommen, was uns leider nicht gelang. Sie blieb zwar immer in der Nähe des Hauses und verbrachte ihre Nächte in der Holzhütte, aber streicheln und knuddeln war nicht möglich. Als dann unser erster Hund Barney bei uns einzog hatte ich schlimmste Befürchtungen, die sich im Nachhinein als völlig überflüssig herausstellten. Samtpfo- te Mrs. Beesley und Barney entwickelten sich zu einem Dreamteam. Manchmal stach Barney der Hafer, aber es ist nie etwas passiert, ... außer das Miezekatze auf einen Baum geflüchtet war.  ;O)   Wiederum hatte ich einige Male beobachtet, wie sich die Katze an den Hund ranpirschte, um diesen von hinten links zu erschrecken. ;O)  Als später noch Lotti und Opa bei uns einzogen fühlte sich Mrs. Beesley sichtlich wohl. Die Hunde wurden alle der Reihe nach durchgeschmust und bespielt.

Natürlich sorgte ich dafür, dass Mieze alle notwenigen Impfungen bekam. Da wir sie aber nicht einfach so einfangen konnten, musste ich mir etwas einfallen lassen. Ich werkelte eine schöne, blaue Katzenkiste, die Mrs. Beesley gerne annahm, und einige ausgiebige Ni- ckerchen darin genoss. Für die Tierarztbesuche montierte ich eine Klappe an die Kiste, die ich mit einer Fadenkonstruktion durch un- ser Gästeklofenster schließen konnte. Jedes Mal bekam ich Schweißausbrüche, und war sichtlich erleichtert, wenn Klappe zu und Katze drinnen.... Puh!

Im Sommer 1993 passierte etwas ganz schreckliches. Bei uns trieb ein Katzenhasser sein Unwesen, und verschleppte einige Katzen aus unserem Wohngebiet. Er benutze eine Falle, wie sich später herausstellte. Nachdem ich unsere Katze einige Tage vermisst hatte, sah ich sie im Garten. Allerdings konnte sie ein Bein nicht aufstellen. Ich machte mir ernsthaft Gedanken, und nach einigen Tagen ist es uns mit List und Tücke und einem umgebauten Bettlaken gelungen, Mrs. Beesley einzufangen. Der Tierarzt stellte fest, dass sie einen sehr komplizierten gedrehten Bruch des Hinterbeines hatte. Die Behandlung gestaltete sich sehr aufwendig, da sich Miezekatze mehr wild als zahm verhielt, und sehr unkooperativ war. Sie wurde operiert, bekam ein Gestänge ins Bein gesetzt, und mehrere Schrauben mit diver- sen Platten fixierten nun ihre Knochen. Nun musste ich Mrs. Beesley 15 Wochen lang in einem Hasenkäfig halten, damit das Bein hei- len konnte.  Diese Situation nutzte ich aus, und startete den Versuch, sie zu zähmen. Mit einem Pinsel durch das Gitter des Hasenkäfigs berührte ich sie vorsichtig. Die ersten Pinsel verloren komplett ihre Haare, ;Oo  ..da Mieze nicht gewillt war mitzumachen. Nach einer Weile beugte sie sich ihrer Lage, ließ zuerst den Pinsel und später meine Hand zu. Zum Ende der 15 Wochen konnte die Tierärztin sie sogar auf den Arm nehmen, ohne jegliche Beiß- oder Kratzspuren. Dann kam der Tag an dem wir sie endlich wieder in den Garten ent- lassen konnten. Gott sei Dank war die Operation geglückt und Mrs. Beesley konnte sich draußen wieder völlig normal bewegen.

Da Miezekatze mittlerweile in die Jahre gekommen war, bekam sie im Winter ein Heizkissen in ihre blaue Kiste gelegt. Ich war froh, wenn es draußen bitterkalt war, dass sie dieses angenommen hatte. Oft saß ich im Winter noch draußen bei ihr, und wir spielten das “Brekkiesspiel.” Sie mochte es, wenn ich das Trockenfutter geworfen hatte und sie konnte hinterher hüpfen, es fangen und auffressen. Außerdem traute sie sich mutigerweise, mittlerweile auf meinen Schoss zu krabbeln, um dort Streicheleinheiten zu genießen.

Einige Male hatten wir große Angst, dass sie verschwunden war, wenn sie im Sommer 2-3 Wochen nicht zu sehen war. Keine Ahnung wo sie sich herumgetrieben hatte. Wir suchten sie oft, leider Erfolglos. Dann plötzlich stand sie wieder vor der Tür, als ob nichts ge- schehen wäre, und quäkte nach Futter. Waren wir  froh...

An eine Geschichte erinnere ich mich unheimlich gerne. Als unser Kater Moritz bei uns wohnte, bauten wir eine Katzenklappe in die Haustür ein, damit er sich frei bewegen konnte. Mrs. Beesley kam nicht ins Haus, aber sie genoss es durch diese Katzentür hinein zu schauen. Aber... einmal verfing sich die Klappe in der Gardine und schloss nicht richtig. Da wurde Mrs. Beesley mutig und schlich sich ins Haus. Als ich am Morgen aufstand, konnte ich gerade noch erhaschen, wie sie aus Barneys Körbchen heraushüpfte und schnell wie- der nach draußen flitzte.

Als unsere Sally zu uns kam war das ein großes Glück für Mrs. Beesley. Sally war absolut Katzennärrisch und die zwei waren unzer- trennlich. Sie lagen oft zusammen und schmusten ohne Ende. Irgendwann beschloss ich Mrs. Beesley Zwangseinzuquartieren, denn die alte Mieze hatte mit den strengen Temperaturen ihre Last im Winter. Erst war sie ziemlich böse über meine Idee, aber ich glaube letzt- endlich war es für sie ein Segen ein Dach über dem Kopf zu haben. Unzählige warme, kuschelige Schlafplätze standen ihr zur freien Verfügung, und leckeres Futter gab es immer und reichlich. Sie benutze ohne Probleme das Katzenklo, nahm ein großes Stück Holz zum Krallen wetzen an, und erkundete das Haus jeden Tag einen Meter mehr. Im Frühjahr, als das Wetter besser wurde, durfte sie dann wieder nach draußen.

Im Dezember 2003 gingen ihre Kräfte zu Ende und wir mussten sie über die Regenbogenbrücke ziehen lassen. Trotzdem sie nie eine richtig zahme Katze war, passte sie sich hervorragend an alle Veränderungen an. Mit Menschen hatte sie so ihre Probleme, aber allen Tieren, die sie hier in 17 Jahren kommen und gehen sah, schloss sie sich gerne an. Das Leben draußen war bestimmt nicht einfach, aber letztendlich war sie eine zähe Kämpfernatur, welche ihr das hohe Alter bescherte.